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Formen von Gewalt - Stalking

Verfolgen, Telefonterror, Belästigung sind Begriffe, die spontan mit dem Begriff Stalking in Verbindung gebracht werden.

Stalking ist heute überwiegend bekannt und betrifft nicht nur Prominente. Jeder Mensch kann ein Stalking Opfer werden! Oftmals verläuft es gerade anfänglich im Verborgenen, weil die Opfer sich unsicher darüber sind, ob es sich um Stalking überhaupt handelt oder vielleicht nur um einen hartnäckigen Verehrer, Exfreund und/oder Exmann, der mit einer Abweisung oder der Trennung nicht umgehen kann. Viele trauen sich auch nicht mit jemandem darüber zu sprechen, aus Angst vor dem Täter oder aus der Sorge von Freunden, Familie etc. nicht ernst genommen zu werden. Die Folgen von Stalking sind für die Opfer meist schwerwiegend. Daher ist es sinnvoll, sich frühzeitig jemandem anzuvertrauen, mit den Sorgen und Ängsten nicht alleine zu bleiben und Hilfe und Unterstützung anzunehmen.

 

Es gibt sehr viele Stalking Opfer, mehr als man denkt und oftmals ist es einem näher als man denkt. Wir möchten uns mit dem Thema Stalking näher beschäftigen und Mut machen. Niemand braucht sich dafür zu schämen.

 

Wir möchten darauf hinweisen, dass wir im Folgenden stets maskuline Bezeichnungen verwenden wie beispielsweise der Stalker oder der Täter, schließen darin allerdings beide Geschlechter mit ein.

 

Was ist Stalking?

Der Begriff Stalking stammt aus dem englischen „to stalk“ was übersetzt unter anderem bedeutet: nachstellen, heranschleichen, belästigen, pirschen. Bei dieser Handlung wird eine Person gegen ihren Willen verfolgt, belästigt, bedroht, terrorisiert und dadurch enorm in ihrer Lebensgestaltung eingeschränkt.

 

Wir haben einige beispielhafte Handlungen eines Stalkers aufgeführt:

  • Permanentes Belästigen durch Telefonanrufe, SMS, Nachrichten auf dem Anrufbeantworter, E-Mails
  • Briefe, Blumen, Geschenke als so genannte „Liebeserklärungen“
  • Verfolgen und Auflauern
  • Beleidigungen, Verleumdungen
  • Bedrohungen, Nötigungen

In dramatischen Fällen kann es zur körperlichen Gewalt, sogar bis hin zur Tötung kommen.

 

Warum tut jemand so etwas?

Die Gründe für Stalking sind ganz unterschiedlich. Meist geht es jedoch um Macht, Kontrolle, Liebeswahn, Beziehungswunsch. Der Stalker versucht hartnäckig und gegen den Willen seines Opfers auf sich aufmerksam zu machen, Kontakt herzustellen oder zu halten, weil er sich zurückgewiesen, abgelehnt, ungerecht behandelt, nicht verstanden oder nicht gesehen fühlt.

 

Problematisch hierbei ist unter anderem, dass gutes Zureden und gut gemeinte Gespräche und Verständnis seitens des Opfers in den wenigsten Fällen zu einer Einsicht des Täters führt. Diese Versuche, um wieder einen normalen Alltag leben zu können, ohne Angst, Drohungen, Belästigungen und Terror, können hingegen zu einer Art Bestätigung des Stalkers in seinen Handlungen oder gegebenenfalls zu seiner Verärgerung führen, was wiederum weitere Aktionen, in zum Teil ausgeprägter Form zur Folge haben kann.

 

Wer tut so etwas?

In den häufigsten Fällen stammen die Täter aus ehemaligen Beziehungen oder Ehen, weil ihr Beziehungswunsch zurückgewiesen oder die Beziehung beendet wurde. Die Täter können aber auch aus anderen Beziehungen stammen, beispielsweise aus dem Bekannten-/Freundschaftskreis, Arbeitsumfeld, Nachbarschaft. Auch Berufsgruppen mit Kunden oder Klientenkontakt können Opfer von Stalking werden.

 

Die Opfer

Eine solche Situation ist vor allen Dingen für die Betroffenen selbst sehr belastend. Sie haben Angst um die eigene Sicherheit, und die ihrer Familie, um ihren Arbeitsplatz, weil diese nicht selten auch von der Situation betroffen sind.

 

Die Opfer ziehen sich mehr und mehr von ihrem Umfeld zurück, sie haben Angst alleine nach draußen zu gehen, leiden unter Schlafstörungen und Alpträumen, wirken auf ihr Umfeld sehr verunsichert und ängstlich. Die psychische Belastung ist für die Opfer sehr groß und viele fühlen sich den Tätern gegenüber hilflos ausgeliefert und machtlos.

 

Oftmals trauen sie sich nicht, aus Sorge nicht verstanden oder nicht ernst genommen zu werden, sich jemandem anzuvertrauen und haben die Hoffnung, der Stalker würde irgendwann von alleine damit aufhören. Manchmal können sich diese Situationen zum Teil über Wochen, Monate oder sogar Jahre hinziehen.

 

Was kannst Du tun?

Du kannst Dich wehren und solltest klare Grenzen setzen, ohne allerdings mit dem Stalker in Kontakt zu treten.

 

Kontakt vermeiden
Mach dem Stalker unmissverständlich klar, dass du keinerlei Kontakt mehr zu ihm wünschst. Briefe, SMS, Nachrichten auf dem Anrufbeantworter, Geschenke jeglicher Art vom Stalker solltest Du nicht beantworten oder entgegennehmen. Bitte Bekannte oder Freunde, Dich beim Verlassen der Wohnung zu begleiten für den Fall, dass Dir der Stalker auf der Strasse auflauert und so versucht, mit dir in Kontakt zu treten. Wenn Du mit dem Auto unterwegs bist und Du das Gefühl hast, dass er Dich verfolgt, fahre zur nächsten Polizeidienststelle.

 

Bei akuter Bedrohung…
… alamiere sofort die Polizei über den Notruf 110.
Grundsätzlich ist es ratsam, sich so schnell wie möglich gegen den Stalker zur Wehr zu setzen, da schnelles Handeln wie z. B. Anzeigenerstattung bei der Polizei dazu führen kann, den Stalker abzuschrecken und von weiteren Belästigungen abzusehen. Wenn der Stalker bekannt ist, kannst Du beim Amtsgericht eine Einstweilige Verfügung/Schutzanordnung nach dem Gewaltschutzgesetz beantragen (siehe rechtliche Möglichkeiten – Zivilrecht )

 

Öffentlichkeit schaffen
Informiere Freunde, Familie, Nachbarschaft, Arbeitgeber, Kollegen etc. über Deine Situation, um sicherzustellen, dass keine Informationen über Dich weitergegeben werden aber auch um Hilfe und Unterstützung zu bekommen.

 

Rechtliche Möglichkeiten nach dem Gewaltschutzgesetz

Es gibt zivilrechtliche sowie strafrechtliche Möglichkeiten, sich gegen einen Stalker zur Wehr zu setzen. Hierbei sei noch erwähnt, dass Stalking in der Gesetzessprache so nicht verwendet wird, sondern in diesen Zusammenhängen von „Nachstellung“ gesprochen wird.

 

1. Zivilrecht (Gewaltschutzgesetz)

2. Strafrecht


Die so genannte „Nachstellung“ ist seit 2007 auch ein Straftatbestand nach § 238 Strafgesetzbuch (http://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__238.html). Du kannst also bei der Polizei, den Gerichten oder der Staatsanwaltschaft eine Strafanzeige erstatten. Im Gegensatz zu dem Erlass einer Schutzanordnung nach dem Gewaltschutzgesetz, wo der Verstoß des Täters gegen die Anordnung bestraft wird, ist bei einer Strafanzeige nach § 238 Strafgesetzbuch die Nachstellung an sich ein Straftatbestand und wird entsprechend unter Strafe gestellt. Entscheidend hierfür sind allerdings auch wiederum ausreichende Beweise gegen den Täter, das heißt, Zeugen, Dokumentationen, Atteste, Mails, SMS, etc.

 

In Verbindung mit Stalking gibt es noch weitere Taten, die ebenfalls einen Straftatbestand erfüllen und somit auch angezeigt werden können. Hierzu gehören:

  • Beleidigung § 158 StGB (Strafgesetzbuch)
  • Üble Nachrede § 186 StGB
  • Körperverletzung § 223 StGB
  • Nötigung § 240 StGB
  • Bedrohung § 241 StGB

Stalking kann jeden betreffen. Daher ist es wichtig, dass Du Dich Freunden, Familie oder Bekannten anvertraust und sie um Unterstützung bittest, auch und vor allen Dingen wenn Du zur Polizei oder zum Gericht gehst und zivilrechtlich oder strafrechtlich gegen den Täter vorgehen möchtest.

 

Du musst damit rechnen, viele Fragen – auch intime und persönliche Fragen – gestellt zu bekommen; die Beweise, die Du gesammelt hast, vorlegen zu müssen, und das vor fremden Menschen, wo dann noch neben der ohnehin schwierigen Situation Scham, Enttäuschung und Angst hinzukommen.

 

Wenn du diesen schwierigen Schritt überwunden hast, ist der Weg frei für ein neues, ruhigeres Leben ohne Angst vor Verfolgung und Psychoterror. Also nur Mut. Es gibt Menschen, die Dich verstehen, Dir zuhören und helfen.